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Kraftsport plus Ausdauersport ist die Devise!
Geschrieben am Mittwoch, 19.März. @ 12:54:44 CET
BerichteQuelle: Ärzte Zeitung, 04.10.2001
Für Übergewichtige gibt es keine falsche oder richtige Sportart - Am besten ist der Sport, der gefällt



MÜNCHEN. Übergewichtige haben bessere Chancen, ihr Gewicht zu reduzieren, wenn sie - außer einer kalorienreduzierten Ernährung - sowohl Ausdauer- als auch Kraftsport betreiben.

Von Uwe Groenewold

Darauf hat Professor Claus Vögele von der Universität Luton in England bei einem Workshop des Instituts Danone für Ernährung in München hingewiesen. Welcher Sportart dabei nachgegangen werde, sei unerheblich, sagte der Psychologe. Für Übergewichtige gebe es keine richtige oder falsche Sportart. Jedoch dürfe das Programm keine hohen motorischen Vorerfahrungen voraussetzen und weder Herz-Kreislaufsystem noch Bewegungs- und Stützapparat zu intensiv belasten.

"Um einen optimalen Effekt körperlicher Aktivität zu erzielen, hat es sich als am sinnvollsten herausgestellt, Ausdauersportarten wie schnelles Gehen, Schwimmen, Radfahren, mit Kraftsportarten wie gymnastische Übungen, Aerobic, moderates Krafttraining im Sportstudio zu kombinieren. Wichtig ist vor allem, daß die Trainingsart Spaß macht und langfristig beibehalten wird. "

Von Nutzen sind beide Varianten: Ausdauertraining im aeroben Leistungsbereich, das heißt bei 80 bis 85 Prozent der maximalen Pulsfrequenz. Dadurch wird die Fettsäurenverbrennung aktiviert und der Abbau von Fettgewebe beeinflußt. Kraftsport steigert durch den Muskelzuwachs den Anteil magerer Körpermasse. Dies verbessert den Stoffwechsel und erhöht den Grundumsatz an Kalorien, da Muskelgewebe metabolisch aktiver ist als Fettgewebe. Gleichzeitig sorgt der Muskelgewinn für einen besseren Schutz des bei Adipösen ohnehin geschwächten Stützapparats. Problematisch, so Vögele, sei die lange Anlaufphase: "Bis Sport einen Effekt hat, dauert es einige Wochen bis Monate." Sehr oft beginnen die Patienten ihre Aktivitäten mit überzogenen Erwartungen und sind dann schnell enttäuscht. "Die Drop-Out-Quote, die Zahl der Abbrecher, beträgt in Fitness-Studios bis zu 80 Prozent innerhalb der ersten sechs Monate. In Sportvereinen liegt sie bei 40 bis 60 Prozent." Die, die besonders vom Training profitieren würden, steigen als erste aus. Oder, wie Vögele, selbst Fitness-Trainer, festgestellt hat: "Je höher der Anteil Körperfett, desto früher bricht der Betroffene das Sportprogramm ab."

Dabei diene der Sport nicht in erster Linie der Gewichtsreduktion, sondern vielmehr einem gesunden Gewichtsmanagement. Sport führe zum Abnehmen der Pulsfrequenz, zum Senken des Blutdrucks, zur Verringerung des Insulinsspiegels. Gleichzeitig erhöhe körperliche Aktivität die Insulinempfindlichkeit, verbessere die Beweglichkeit und die neuromotorische Koordination. Hinzu kommen psychische Aspekte wie gesteigertes Wohlbefinden und weniger Depressionen. Ziel des Sports sei es weniger, Dicke dünn zu machen, als vielmehr Dicke gesund zu erhalten - Die Gewichtsreduktion stelle sich später dann oft von selbst ein.

 
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